Markus C. Müller

GRÜNDER STARWINGS ZÜRICH, STRATEGIEBERATER

Seit April 2017 steht Markus, gebürtiger Münchner und gelernter Jurist, mit starwings in Verbindung. Im Laufe des Kennenlernens hat er sich entschieden, Teil unseres Teams werden zu wollen. In seiner bisherigen Laufbahn hat Markus unter anderem ubitexx aufgebaut, ein Unternehmen aus der Mobilfunk-Branche, das sich so erfolgreich entwickelt hat, dass es 2011 von BlackBerry gekauft wurde. Als Teil des Deals blieb er eine Weile im Konzern, für den er schließlich das Europageschäft leitete. So lange, bis er gemerkt hat, dass ihm das Leben in der Corporate Welt nicht den Sinn schenkt, den er im Leben sucht. Ein Buch hat ihn letzen Endes dazu gebracht, sein Leben neu in die Hand zu nehmen.

Seit seinem Ausstieg beschäftigt Markus sich mit Sterbebegleitung und Tantra, also mit dem Tod und der Liebe, als den für ihn zentralen Themen im Leben. Nun will er auch wieder unternehmerisch aktiv werden. Markus vereint sein unternehmerisches Gen mit seinem Knowhow aus der Corporatewelt sowie seiner sinngeleiteten Herangehensweise, womit er unser Team enorm bereichert. Hier erzählt er uns ein Stück seiner Geschichte.

Was für Träume und Sehnsüchte hattest du als Kind?

Als ich klein war, wollte ich unbedingt schreiben.
Schon als Zweijähriger habe ich Bücher mit meinen „Geschichten“ vollgekritzelt. Schon früh kam der Wunsch bei mir auf, etwas zu schaffen, das größer ist, als ich.

Mit 14 gründete ich eine Rockband. Wir wollten ganz nach oben. Das hat zwar nicht geklappt, aber die Jahre waren eine tolle Zeit, die uns allen großes Selbstbewusstsein gegeben hat und die mich mit meinen Bandkollegen dicht zusammengebracht hat.

Wer oder was hat deine Berufswahl beeinflusst?

Schon als ich noch ein Kind war, erzählte mein Großvater mir und anderen, dass ich mal Jurist werde. Erst später habe ich mir die Frage gestellt, warum ich eigentlich blind dem Rat meines Großvaters gefolgt bin und Jura studiert habe obwohl ich nie Rechtsanwalt oder Richter werden wollte… Dass ich schließlich Unternehmer wurde, kam glaube ich aus mir selbst heraus. In der Familie oder dem näheren Umfeld gab es dazu jedenfalls keine Vorbilder. Allerdings nahm mein Vater mich schon in meiner frühen Jugend mit zu Gesprächskreisen mit bekannten Politikern oder Wirtschaftsbossen. Das hat mich sehr begeistert!

Im Jahr 2002 hast du Ubitexx gegründet. Was stand dahinter?

Mit der Gründung von Ubitexx wollte ich etwas Großes erschaffen. Das war meine zentrale Triebfeder. Inhaltlich stand die Idee dahinter, die immer größer werdende Welt der Smartphones sicher zu machen und eine Möglichkeit zu schaffen, sie zentral zu verwalten.

Was waren deine Lernerfahrungen bei BlackBerry?

Ich habe gelernt, eine große Organisationen zu führen und zu steuern. Globaler zu denken, mehr strategisch als operativ. Auch im Bereich Menschenführung habe ich viel gelernt – Umgang mit schwierigen Mitarbeitern, Betriebsräten etc.

Wie bist du dann zu BlackBerry gekommen?

Ubitexx hat sich sehr gut entwickelt. So gut, dass BlackBerry die Firma im Mai 2011 kaufen wollte. Tatsächlich sind wir uns nach einigen Monaten handlungseinig geworden. Als Teil des Deals musste ich noch mindestens zwei Jahre dabei bleiben, um das Unternehmen zu integrieren. Aus diesen zwei Jahren sind dann insgesamt vier Jahre geworden.

Und was hast du dort vermisst oder bemängelt?

Vermisst habe ich eine offene, von Vertrauen geprägte Unternehmenskultur. Außerdem einen Sinn, der über das „Unternehmenswert steigern“ hinausging.

Was ich im Konzern zunehmend kritisch betrachtet habe ist, dass „Angst“ als probates Führungsmittel verstanden wird. Darauf lässt sich in meinen Augen keine gute Kultur aufbauen!

Kannst du einen Moment bestimmen, der deinem Leben eine andere Richtung gegeben hat?

Auf einem Flughafen irgendwo auf dieser Welt kam mir ein Buch in die Finger: 5 Dinge, die ein Sterbender bereut. Das sprach mich irgendwie an und ich kaufte es mir. Schon das Inhaltsverzeichnis hat mich so berührt, dass ich wusste, ich muss meinen Job bei BlackBerry kündigen – und zwar schnell!

Als ich las, was Sterbende vor ihrem Tod bereuen – nicht mutig genug ihr Leben gelebt zu haben, nicht genug Zeit mit Freunden und Familie verbracht zu haben und zuviel gearbeitet zu haben – wusste ich, dass ich meinen Job bei BlackBerry an den Nagel hängen musste – und zwar so schnell wie möglich!

Was hat dich zu starwings geführt?

Mein Wunsch, etwas Sinnhaftes zu unternehmen, wo ich meine Erfahrungen als Unternehmer und Manager einbringen kann, aber auch, Neues zu lernen – insbesondere zu den Themen „neue Organisationsformen“, „Selbstorganisierte Unternehmen“, „neue Technologien, die die Welt verändern werden“.

Was sind die wichtigsten Learnings aus deinem bisherigen Leben?

Wie stellst du dir die Welt in zehn Jahren vor?

Die nächsten paar Jahre werden sich die Extreme weiter ausbilden und verschärfen, bis es dann wieder zu einem Ausgleich beider Pole kommt.

Ich glaube, dass es in zehn Jahren viele Menschen geben wird, die das tun, was sie gerne tun. Das Grundeinkommen wird ihnen die finanzielle Grundlage dafür geben.

Was für einen Beitrag wirst Du leisten, um diesen Traum Wirklichkeit werden zu lassen?

Ich versuche, die Veränderung, die ich mir in der Welt wünsche, in mir selbst zu leben. Solange ich Aggression und Ärger in mir trage, solange wird es Kriege geben. Durch die Veränderung in mir, verändere ich die Welt.

Kontakt
Markus C. Müller:
markus@starwings.io
+49 (0) 1516 1868024

Interview by Katrin Frische
www.frische-biografien.de

Credits: Peter Döring
www.beechstudios.de